Das neue Centre for Entrepreneurship an der TU Berlin

Das Erdgeschoss im denkmalgeschützten Bau des ehemaligen Fachgebiets für Berg- und Hüttenwesen der Technischen Universität Berlin wird umgebaut für die neuen Räume des Gründerzentrums (Centre for Entrepreneurship – CfE) und erweitert für ein öffentliches Café zur Seite der Herzallee. Der Bau wurde ursprünglich als Hochhaus, ergänzt um einen dreigeschossigen Flachbau, direkt am Ernst-Reuter-Platz 1 von Willy Kreuer geplant und in Form eines technisch neuartigen Stahlskelettbaus umgesetzt und 1959 fertiggestellt.

Die Flächen im Erdgeschoss waren mit den Aufbereitungshallen an der Herzallee verbunden und wurden als Labor- und Institutsräume genutzt. Obwohl Kreuer das Erdgeschoss mit einer verglasten Betonwabenfassade transparent ausbildet, werden die beiden unteren Reihen der Fassade geschlossen und verhindern jeglichen Bezug zwischen Innen und Außen, zwischen Ernst-Reuter-Platz und Hertzallee. Zusätzlich gibt es neben dem seitlichen Haupteingang keine weiteren öffentlichen Zugänge von der Seite des Platzes in das Erdgeschoss. Als Folge verwahrlost der Bereich um das gesamte Erdgeschoss im Laufe der Jahre.

Mit der Entscheidung der TUB, sein Gründerzentrum (CfE) mit einem öffentlichen Café zur Hertzallee zu erweitern und sichtbar zu machen, bekommt der Ort eine neue Rolle: eine transparente Fassade mit neuen Eingängen, die Öffnung der Räume und Halle zum Platz und in die Allee. Größte Herausforderung ist dabei die demkmalgerechte Öffnung und Sanierung der bestehenden, ungedämmten Betonwabenfassade und die notwendige verbindende, innere Transparenz trotz der sperrigen Aussteifungen und Schächte des bestehenden Hochhauses.

Der Entwurf von fatkoehl architekten löst diese Aufgabe durch die Öffnung der Fassade zum Platz auf der gesamten Länge des Hochhauses und des Flachbaus. Die neue Verglasung der Betonwaben erzeugt Transparenz. Vier zusätzliche Eingänge ermöglichen die Zugänglichkeit. Das Fluchttreppenhaus an der Ecke des Hochhauses wird verkleinert und ermöglicht so auch einen direkten Sichtbezug zwischen dem Platz und den neuen Räumen entlang der Hardenbergstrasse. Der Flachbau wird für das Café in Richtung Herzallee geöffnet und durch einen Erweiterungsbau vergrößert. Es entsteht im bisher ungenutzten Hof ein neuer Platz vor dem Café. Die bestehende Aufbereitungshallen werden als Ausstellungs- und Vortragsräume sowie als Prototypenwerkstatt für Gründer umgenutzt.

Fotos: Jan Bitter

Fotos: fatkoehl architekten